Traumatherapie

Erkenntnisse der Neurobiolgie über die Entstehung von Traumatisierungsstörungen und deren Folgen haben zu einer Veränderung der Therapielandschaft geführt und zahlreiche neue Behandlungsmethoden sind entstanden.

Neurobiologische Forschungen bestätigen inzwischen die Wichtigkeit von korrigierenden Beziehungserfahrungen für den psychischen Heilungsprozess. Gleichzeitig finden sich immer mehr Ergebnisse aus der Hirnforschung, welchen Einfluss frühe Beziehungs- und Bindungserfahrungen auf unsere Selbststruktur haben. Meist sind Störungen durch einen Mangel an Unterstützung oder ein Fehlverhalten in den frühen Beziehungserfahrungen entstanden.

Um in den psychotherapeutischen Prozessen die Menschen darin zu unterstützen eine stabile Selbststruktur zu entwickeln und mit Defiziten und Traumata fertig zu werden, integriere ich verschiedene psychotraumatologische Verfahren.

Die Gestalttherapie kann u.a. aufgrund ihrer therapeutischen Haltung und der Orientierung am Kontakt, dem eine verändernde, stabilisierende und heilende Wirkung zugesprochen wird, als Gestalt-Traumatherapie eingesetzt werden. Im Vordergrund steht dabei dann zunächst die Entfaltung des Gewahrseins und Potentials und der inneren Kraft des Klienten. Durch die Stütze in der Beziehung zum Therapeuten entsteht Selbstunterstützung.
Hinzu kommen Stabilisierungstechniken, wie sie von Luise Reddemann entwickelt wurden, und Atemarbeit.

Um Veränderungen auf der neuronalen Ebene zu erreichen integriere ich in den psychotherapeutischen Prozessen eines der zentralen neuen Verfahren ROMPC (Relationship-oriented Meridian-based Psychotherapy, Counselling and Coaching). ROMPC ist eine effektive Methode, die u.a. im Bereich der Traumatherapie eingesetzt wird.
Bei einer existentiellen Bedrohung, wie sie ein Trauma darstellt, kommt es auf der neuronalen Ebene zu einer massiven Reizüberflutung und zur Blockierung des Datenflusses. Es schaltet sich ein Notfallkreislauf ein. In der aktuellen Bedrohungssituation ist dies ein überaus sinnvoller Mechanismus. Später genügen jedoch kleine Auslöser um diesen Mechanismus wieder in Gang zu setzen und wir erleben dieselben Symptome wie damals, z.B. Angst bis hin zur Panik, Schweißausbruch etc. ROMPC entfaltet seine Wirkungsweise auf der neuronalen Ebene, indem die Blockierungen im limbischen System aufgelöst werden, das Energiesystem wieder in Fluss kommt und es so sehr schnell zu einer Verbesserung der akuten Stresssymptome und emotionalen Belastungen kommt.
Gleichzeitig ist ROMPC ein beziehungsorientierter Ansatz ähnlich wie die Gestalttherapie und ergänzt sich daher auf wunderbare Weise. Es handelt sich also nicht um eine Methode, die am Klienten angewandt wird, sondern die Methode ist Teil der therapeutischen Beziehung.

Literatur:

  • Heide Anger, Peter Schulthess (Hg.): Gestalt-Traumatherapie
  • Willi Butollo, Marion Krüsmann, Maria Hagl: Leben nach dem Trauma
  • Thomas Weil: Endlich frei von Stress. Innere Blockaden lösen mit ROMPC
  • Luise Reddemann, Cornelia Dehner-Rau: Trauma. Folge erkennen, überwinden und an ihnen wachsen
  • Peter A. Levine: Trauma-Heilung